Neue Schulpartnerschaft zwischen Hamburg und Chicago

Emilie Wüstenfeld Gymnasium - St. Rita of Cascia High School

Hamburg ist um eine Schulpartnerschaft mit Chicago reicher: Das Emilie Wüstenfeld Gymnasium und die St. Rita of Cascia High School starten in diesem Jahr ein neues Austauschprogramm.

Das Gymnasium gesellt sich damit zu den Schulen, die bereits seit längerer Zeit eine Partnerschaft mit einer Chicagoer Schule haben. Seit 1995 betreibt die Wichernschule ein Austauschprogramm – zuerst mit der Carl Sandburg High School in Orland Park im Süden der Stadt und seit fünf Jahren mit der Glenbrook South High School im Norden Chicagos. Schulpartnerschaften bestehen außerdem zwischen dem Christianeum und der Lane Tech High School, dem Gymnasium Dörpsweg und der Oak Park River Forest High School sowie dem Helene-Lange-Gymnasium und der Lake Park High School; hier gibt es auch ein Lehreraustauschprogramm. Auch die Staatliche Gewerbeschule Informations- und Elektrotechnik, Chemie- und Automatisierungstechnik (G 18) sowie Gesundheitspflege (W 4) unternehmen Sprach- und Städtepartnerschaftsreisen in Kooperation mit dem Robert Morris College in Chicago.

schulaustausch
Die Hamburger Schüler nach der Videokonferenz im Amerikanischen Generalkonsulat

Für die neue Partnerschaft kam der Kontakt zur St. Rita of Cascia High School über die enge Verbindung zwischen dem Helene-Lange-Gymnasium und dem Emilie Wüstenfeld Gymnasium zustande. Nachdem die Fachschaft dem neuen Schüleraustausch im November 2006 zugestimmt hatte, sagten sich unmittelbar der Stellvertretende Schulleiter sowie die Koordinatorin der St. Rita of Cascia High School in Hamburg an, um die Hamburger Schule für zehn Tage kennenzulernen.

Austauschprogramm Sie waren insbesondere erstaunt, wie frei sich die Schüler in der Schule bewegen konnten und wie dennoch diszipliniert es zuging. Auch die Lehrer des Emilie Wüstenfeld Gymnasiums, die anschließend nach Chicago fuhren, konnten die andere Art des Schulbetriebs bestätigten. Es gab Waffenkontrollen und alle Schüler waren verpflichtet, Namensschilder zu tragen. Und die neue Partnerschule ist auch sonst anders: es handelt sich um eine private katholische Jungenschule. Frau Charlotte Dietz, die das Projekt derzeit auf Hamburger Seite betreut, hält dies jedoch für kein Problem. Denn an der Reise nahmen vom Emilie Wüstenfeld Gymnasium zur Hälfte Mädchen teil. Auch die Chicagoer seien froh über diese Verbindung, denn Sinn einer interkulturellen Schulpartnerschaft sei es ja gerade, einmal ‚twas anderes‘ kennen zu lernen. Und das Interesse der Hamburger 11.-Klässler für die am 26. September startende Reise war groß. Mitfahren konnten aber nur 12 Schüler, die nach ihren Leistungen ausgewählt wurden und sich auch als Repräsentanten der Schule, der Stadt und des eigenen Landes verstehen.

Auf der dreiwöchigen Reise lebten sie in Gastfamilien. Sie gingen zwei Tage zur Schule, um den Schulalltag kennenzulernen und an drei Tagen stand Kulturelles auf dem Programm. In den nächsten Jahren sollen dann bestimmte Projektthemen gewählt werden, wie etwa Auswanderung, Musiker, Kalter Krieg, etc. Die Betreuung des Programms werden in jedem Jahr andere Lehrer übernehmen. Zum einen, um alle einzubinden und zum anderen, um die zusätzliche Belastung der Lehrer auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Schüler zahlen für die dreiwöchige Reise 700 Euro pro Person. Die Behörde für Bildung und Sport hat zusätzlich pro Schüler 100 Euro übernommen.

Der Schulleiter des Emilie Wüstenfeld Gymnasiums, Herr Rangnik, verspricht sich von dem Programm, dass die Schüler neue Schulerfahrungen machen, sie das Kulturangebot in Chicago genießen werden und gleichzeitig etwas für ihre Sprache tun. Die Wahl sei auf Chicago gefallen, weil sie Hamburgs Partnerstadt ist und die Metropole für Hamburger Jugendliche eine große Attraktivität besitzt. Die Schüler aus beiden Städten standen in der Vorbereitungszeit bereits über ein „discussion board“ in Kontakt. Wichtigstes Thema war der „dresscode“, der in den U.S.A. bei gewissen Gelegenheiten wohl um einiges strenger ist als in Deutschland. Und die Schüler des Hamburger Gymnasiums scheinen schon von ihren amerikanischen Gastgebern gelernt zu haben. Zum „Fundraising“ für die Reise stellten sie jeden Tag selbst gebackenen Kuchen in das Lehrerzimmer: Stück 1 Euro!