Modern Life. Edward Hopper und seine Zeit

Ausstellung vom 09. Mai bis 30. August 2009 im Bucerius Kunst Forum

Dritter Teil der Ausstellungstrilogie 150 Jahre amerikanische Kunst: 1800-1950

Die Kunst der amerikanischen Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbindet sich in Europa vor allem mit einem Namen: Edward Hopper (1882-1967). Seine Bilder prägen bis heute unser Bild von Amerika.

Edward Hopper - Selbstbildnis, 1925-1930 Öl auf Leinwand, 4,1 x 52,4 cm Whitney Museum of American Art, New York
Edward Hopper - Selbstbildnis, 1925-1930 Öl auf Leinwand, 4,1 x 52,4 cm Whitney Museum of American Art, New York

Die Ausstellung „Modern Life. Edward Hopper und seine Zeit“ stellt den Künstler erstmals im Kontext seiner Zeitgenossen vor und präsentiert einige der bedeutendsten Gemälde Hoppers zusammen mit rund 90 weiteren Meisterwerken aus dem Whitney Museum of American Art in New York, darunter Arbeiten von Man Ray, Lyonel Feininger, Charles Sheeler und Georgia O´Keeffe. Erstmals stellt das Whitney Museum eine so hochkarätige Auswahl für eine Ausstellung in Deutschland zur Verfügung.

Die Schau „Modern Life“ stellt das Werk Edward Hoppers ins Zentrum – und verknüpft es mit den vielfältigen und kontroversen künstlerischen Strömungen der amerikanischen Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: mit der Ashcan School um Hoppers Lehrer Robert Henri, mit den avantgardistischen Initiativen um den Whitney Studio Club und Alfred Stieglitz´ Galerie 291, mit dem Regionalismus der American Scene und der präzisen Kälte des Machine Age.

Betrachtet man Edward Hoppers Kunst vor diesem Hintergrund zeitgleicher, oft extremer und einander ausschließender Positionen, so fällt auf, dass er keineswegs außerhalb stand, sondern vielmehr zwischen allen Fronten. Er war Kind seiner Zeit, weil er die aktuellen Fragen nahezu unmerklich in seine Bildwelt integrierte. Er münzte sie in eine Zeitlosigkeit um, die bis heute gültig erscheint. Sein Blick auf das Alltägliche setzte den amerikanischen Urban Realism des frühen 20. Jahrhunderts voraus. Verglichen mit dessen Reportagestil reduzierte Edward Hopper die Erzählung jedoch auf wenige Andeutungen. Im Spiegel der glatten Oberflächen des Präzisionismus wirken Hoppers Werke dagegen wie Inszenierungen menschlicher Dramen. Vielleicht war es diese Fähigkeit zum Ausgleich, die Hopper schon früh zum amerikanischen Ausnahmekünstler werden ließ.

Opera Box
Guy Péne du Bois - Opera Box, 1926 Öl auf Leinwand Whitney Museum of American Art, New York

Gertrude Vanderbilt Whitney, die aus einer der bedeutendsten Familien des Gilded Age stammte, gehörte zu den wichtigsten Förderern der modernen Kunst in den Vereinigten Staaten. Sie lud Edward Hopper zu seiner ersten Einzelausstellung in den Whitney Studio Club ein. 1931 gründete sie das Whitney Museum of American Art, heute eines der bedeutendsten Museen in Amerika. Aus dessen Beständen wählte Barbara Haskell, Kuratorin am Whitney Museum, 96 Werke für die Präsentation aus. Im Anschluss wird die Ausstellung „Modern Life“ in der Kunsthal Rotterdam gezeigt.

„Modern Life“ ist der letzte Teil der Trilogie des Bucerius Kunst Forums zu 150 Jahren amerikanischer Kunst von 1800-1950. Bisher gezeigt wurden die Ausstellungen „Neue Welt. Die Erfindung der amerikanischen Malerei“ (24. Februar bis 28. Mai 2007) und „High Society. Amerikanische Portraits des Gilded Age“ (7. Juni bis 31. August 2008).