Labyrinth in Chicago

Die Sitztribüne im alten Opernsaal von Chicago, heute Veranstaltungsort des CircEsteem, ist überfüllt. Die Sängerin der Band Neurokitchen vibriert am ganzen Körper, während sie das Finale ihres Bluessongs intoniert. Zu den Rhythmen des Schlagzeugs lassen sich kurz darauf zwei Zirkusartistinnen von der Decke fallen und werden von ihrem Vertikalseil kurz vor dem Boden gehalten. Atempause! Die Band spielt einen Soundteppich, auf dem die Artistinnen in Schwüngen mit dem Seil tanzen, bevor sie wieder in die Höhe steigen, das Seil um ihre Körper legen und sich mit dem Rücken am Seil in der Höhe balancieren. Die Verschmelzung von Live-Konzert und Zirkusshow ist elektrisierend und dauert 45 Minuten : am Trapez 3 m hoch, an einer 6 m hohen Stange, bei tanzakrobatischen Sprüngen an Bungeegummis oder in der Tanzchoreografie. Die Band spielt dazu Reggae, Blues, Rock oder Balladen.

Labyrinth in Chicago

Der Abend entführt das Publikum in ein Labyrinth aus Klängen, Zirkusacts und vielen Menschen in Tanzszenen. 7th Labyrinth – every step means a new perspective! Am 23. und 24.10. präsentierten Neurokitchen Arts Collective aus Chicago und die aerial Dance academy aus Hamburg das Stück 7th Labyrinth im Saal des CircEsteem in Chicago. 15 junge MusikerInnen und 6 junge Artistinnen probten unter der Leitung des Choreografen Andree Wenzel und des musikalischen Direktors Stone Damon den Höhepunkt in Chicago. Zuvor wurden die Einzelteile in Studios in ihren Heimatstädten erarbeitet und über Videos ausgetauscht. Anita Evans, Ron Bieganski und Andree Wenzel hatten auf einem Vorbereitungstreffen im April in Chicago das Konzept entwickelt und zuerst getrennt in ihren Gruppen vorgearbeitet. Die Kenntnisse vor Ort, die präzise Vorbereitung und die disziplinierte Arbeit in den Endproben haben zum großen Erfolg des Projekts beigetragen.
Täglich trafen sich beide Gruppen zu Proben, Workshops und zum gemeinsamen Kochen. Es gab Vieles zu organisieren, Treffpunkte bestimmen und rechtzeitig zu finden, Einkäufe zu machen und nicht zuletzt sich von den Strapazen des Erkundens und des Trainierens zu erholen. Briana, Jonathan, Skylar und viele der Chicago MusikerInnen gehen noch zur Schule. Daher gab es für Josi, Paulina, Lucie, Maren, Johanna und Sarah Zeit, um Chicago zu erkunden: auf dem Maxwell Street Market, im 103. Stock des Willis Tower, am Millenium Park in Downtown oder in der Michigan Avenue. Viele kleine Abenteuer wurden auf eigene Faust angegangen, geplant war der kulturelle Austausch: eine Vorstellung im Skakespeare Theatre, ein Workshop bei Aerial Dance Chicago, ein Konzert im Township oder das Hamburger Essen im Orbit Room.
Zum großen Glück konnten alle in den Nachbarhäusern der Neurokitchen Direktoren wohnen. Die Hamburger kochten für die Chicagoer. Die Gastgeber waren also zugleich Gäste im eigenen Haus. Das Wochenticket der Chicago Transport brachte die Gruppe auf einfache Weise überall hin und zurück.

Nach dem Applaus am vorletzten Tag sind wir mit vielen Eindrücken, der guten Chicago Pizza im Bauch und besten Wünschen im Gepäck wieder zurück an die Elbe geflogen. Die Reise, der Aufenthalt und die Produktion Labyrinth wurden ermöglicht durch den Kinder- und Jugendplan des Bundesministeriums, der Senatskanzlei Hamburg und Andree Wenzel von der aerial Dance academy.