Hamburger Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler zu Besuch in Chicago

Anlässlich des Gastspieles des Hamburger Balletts mit dem renommierten Stück „Nijinsky“ besuchte Prof. Barbara Kisseler vom 1. bis zum 3. Februar 2013 Chicago.

Das Hamburger Ballett feierte mit diesem Gastspiel in Chicago das 40-jährige Jubiläum John Neumeiers als Direktor und Chefchoreograph der Kompagnie und machte ihm damit ein besonderes Geschenk: Eine Reise zurück zu seinen Anfängen. Der international anerkannte und preisgekrönte Choreograph wuchs in Milwaukee, Wisconsin auf und absolvierte seine Ballettausbildung im Großraum Chicago.

Nach zwei ausverkauften Aufführungen im Harris Theater in Chicago mit dem Stück „Nijinsky“ erhielt er bei seinem Heimspiel Standing Ovations und wurde von den lokalen Medien sehr positiv empfangen. Vor der Premiere am Freitag erzählte Herr Neumeier von seiner Leidenschaft zu Vaslav Nijinsky, dem legendären Tänzer und Choreographen des 20ten Jahrhunderts: Diese begann in seinem 11. Lebensjahr beim Lesen des Buches „The Tragedy of Nijinsky“ von Anatole Bourman.

Alexandre Riabko , der seit 1996 bei dem Hamburger Ballett und seit 2001 dort erster Solist ist, in der Titelrolle, das herausragende Ensemble und John Neumeier selbst wandelten diese Leidenschaft in das außergewöhnliche Ballett „Nijinsky“ um.

John Neumeier
Chicagos Bürgermeister Rahm Emmanuel begrüßt John Neumeier; Foto: Holger Badekow

Dieses Gastspiel nahmen auch die Hamburger Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler und Amtsleiter Hans Heinrich Bethge zum Anlass, Hamburgs Patenstadt Chicago für drei Tage zu besuchen. Während ihres Aufenthalts hatten sie die besondere Gelegenheit, den Chicagoer Bürgermeister Rahm Emanuel zu treffen. Der sehr freundschaftliche Austausch mit engagierten Gesprächspartnern vor Ort konnte genutzt werden, um über mögliche Kooperationsprojekte und gemeinsame Themen für das 20. Jubiläum der Städtepartnerschaft Chicago-Hamburg im Jahr 2014 zu sprechen. So fand ein Gespräch statt mit Prof. Kisselers Amtskollegin Michelle T. Boone, deren Neighbourhoodprojects von besonderem Interesse waren.

Initiiert vom Goethe-Institut trafen die beiden Hamburger Gäste zudem auf eine Reihe von lokalen Künstlern und Kulturschaffenden, mit denen sie sich über die Kulturlandschaften beider Städte und über mögliche gemeinsame Kulturprojekte austauschten. Einer der Teilnehmer war der Künstler und Gründer der Experimental Station, Dan Peterman, der selbst bereits einige Zeit in Hamburg gelebt und gearbeitet hatte und hier über ein gutes Netzwerk verfügt.

Organisation und Gestaltung des Programms in Chicago wurden vom Generalkonsulat, dem Goethe-Institut und dem Chicagoer Sister City Committee übernommen. Besonders hervorzuheben ist das ehrenamtliche Engagement zweier Mitglieder des Sister City Committee, die zugleich auch den Titel HamburgAmbassador tragen: Rolf Achilles und Christoph Lichtenfeld unterstützten intensiv in der Vorbereitung des Programms und begleiteten die Hamburger Gäste während ihres gesamten Aufenthaltes. Sie zeigten Prof. Kisseler und Herrn Bethge am Samstag die architektonischen Besonderheiten von Chicago und Rolf Achilles, selbst Kunsthistoriker, führte am Sonntag durch das renommierte „Art Institute of Chicago“.

Seit dem Jahre 1866 existiert das Art Institute, das heute über 300.000 Kunst- und Kulturwerke aus fünf Jahrtausenden präsentiert. Vor allem für seine Sammlung an impressionistischer, post-impressionistischer und amerikanischer Kunst hat es sich einen international hervorragenden Ruf erarbeitet. Seit 1868 ist zudem die Kunsthochschule „School of the Art Institute of Chicago“(SAIC) angeschlossen, in welchem Studenten die Möglichkeiten haben, ein Studium in allen Kunstfächern wie zum Beispiel freie Kunst, Kunstgeschichte, Kunsttherapie, Modedesign, Architektur, Film, kreatives Schreiben bis hin zu naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Fächer zu absolvieren.

Der Besuch wurde von allen Beteiligten als positives Signal zu intensivierter Zusammenarbeit gewertet und zeigte einmal mehr, wie wichtig es auch in Zeiten von digitaler Kommunikation ist, ins persönliche und direkte Gespräch miteinander zu treten. Die angedachten Projekte und Ideen werden nun auf beiden Seiten weiter entwickelt.