Erinnerungen an eine bedeutende Weltausstellung: Sonderschau zum 120-jährigen Jubiläum der „Columbian Exposition“ in Chicago

„Opening the Vaults: Wonders of the 1893 World’s Exhibition“ Von Dinosaurier-Skeletten bis Kaugummi: Raritäten, Schätze und Skurriles aus den Sammlungen des Field Museums

Die „Columbian Exhibition“ in Chicago von 1893 gehörte zweifelsfrei zu den wichtigsten Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts. 22 Jahre, nachdem ein großes Feuer nahezu die gesamte Innenstadt Chicagos zerstört hatte, präsentierte sich die Stadt als ein Zentrum der Moderne, der Wissenschaft und der Kultur. Die Sonderschau „Opening of the Vaults: Wonders of the 1893 World’s Fair“ vom 25. Oktober 2013 bis 7. September 2014 in Chicagos Field Museum erinnerte in vielen Facetten an dieses Ereignis und ließ zugleich den von Fortschrittsglauben und Optimismus geprägten Geist jener Zeit wieder aufleben. Zu sehen waren dabei auch zahlreiche Exponate, die seit 1893 zum ersten Mal wieder öffentlich gezeigt wurden.

Chicago - Field Museum - Opening the Vaults
Chicago – Field Museum – Opening the Vaults – Gamelan – Foto: Field Museum

Mit der Weltausstellung von 1893 wollten Chicago und die USA, wenn auch mit einem Jahr Verspätung, der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492 gedenken. Hierzu wurde ein Ensemble aus strahlend weißen Ausstellungshallen im Beaux Art-Stil geschaffen. Diese „White City“ war neben dem ersten modernen Riesenrad der Welt ein Markenzeichen der „Columbian Exhibition“. Sie soll auch den Schriftsteller L. Frank Baum zu der Smaragdstadt in seinem Roman „Der Zauberer von Oz“ inspiriert haben. In den Ausstellungshallen waren Zeugnisse vermeintlich exotischer Kulturen aus allen Teilen der Erde versammelt sowie Fossilien, Dinosaurierfunde, Tierskelette, Pflanzen aus allen Kontinenten, Kunstwerke sowie Errungenschaften modernster Technik, wobei elektrischer Strom eine zentrale Rolle spielte. 25 Millionen Menschen strömten nach Chicago und ließen sich von der Weltausstellung begeistern. Einer von ihnen war der Chicagoer Kaufhauskönig Marshall Field. Seine großzügige Spende von einer Million US-Dollar (was nach heutigen Maßstäben einer Summe von etwa 30 Millionen US-Dollar entspricht), ermöglichte es, einen bedeutenden Teil der 65.000 Exponate zu erwerben und damit den Grundstein für eines der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Museen und Forschungsinstitute Nordamerikas zu legen: das Field Museum, dessen Sammlung mittlerweile auf 25 Millionen Objekte angewachsen ist.

Für die Sonderausstellung anlässlich des 120-jährigen Jubiläums der „Columbian Exhibition“ öffnete das Field Museum seine Archive und zeigte neben Fotos, Plakaten und Zeitungsberichten aus jenem Jahr viele der damals erworbenen Gegenstände. Die Besucher durften sich auf besondere Schätze aus der paläontologischen Abteilung des Museums freuen, aber auch auf fernöstliches Kunsthandwerk, indische Gamelan-Musikinstrumente, Artefakte der nordamerikanischen Ureinwohner, präservierte Tierkörper, Meteoritengestein und vieles mehr. Ebenso dabei war der auf der Weltausstellung präsentierte Fruchtkaugummi der Wrigley Company.