Auftaktbesuch einer neuen Schulpartnerschaft

Eine Schülerin berichtet

Im Herbst diesen Jahres waren wir, 12 Schüler und Schülerinnen der 11. Klassen und Frau Schwab und Frau Dietz, als erste Gruppe des neuen Austauschprogramms für drei Wochen in Chicago. Unsere Partnerschule dort ist die St. Rita of Cascia High School, eine katholische Schule für Jungen, die vor über 100 Jahren von augustinischen Mönchen gegründet wurde und zu den besten katholischen Privatschulen in den USA gezählt wird. Da die Schüler kein Deutsch lernen, war dies ein reiner Kulturaustausch, obwohl wir natürlich sprachlich sehr profitiert haben.

An zwei Tagen der Woche konnten wir den Unterricht beobachten, was sowohl für die Schüler als auch für die Lehrerinnen sehr interessant war. Im Gegensatz zu dem Unterricht bei uns redet in den meisten Kursen dort nur der Lehrer, die Schüler haben lediglich Anwesenheitspflicht und schlafen teilweise sogar während der Stunden auf den Tischen. Dafür wird jede Woche in jedem Fach ein Test geschrieben, also müssen die Schüler, die nicht aufpassen, zu Hause den Stoff nacharbeiten oder sie bekommen eine schlechte Note, denn die Noten setzen sich zusammen aus den Hausaufgaben und den Tests, da es ja praktisch keine mündliche Beteiligung gibt. Außerdem haben die Eltern einen viel größeren Einblick in die Noten ihrer Söhne, denn jede Note und jede nicht gemachte Hausaufgabe wird online eingetragen und die Eltern haben Zugang zu den Daten ihres Sohnes. Auch außerhalb des Unterrichts sind die Eltern viel mehr am Schulleben beteiligt. Es gibt einen „Mothers´ Club“ und einen „Fathers´ Club“ und bei vielen anderen Aktivitäten sind die Eltern auch dabei.

Ein besonders „typisches“ amerikanisches Event war der Homecoming Dance, zu dem wir alle am ersten Samstag gegangen sind, die Mädchen in Kleidern, die Jungen mit Krawatte und Anzughose. Homecoming ist ein Fest, das an amerikanischen High Schools jedes Jahr im Herbst zu Ehren ehemaliger Schüler gefeiert wird. Am Freitag davor fand das Homecoming Footballspiel statt, das die „St. Rita Mustangs“ (Mustangs sind die Maskottchen der Schule) aber leider verloren haben. Football ist wie an allen amerikanischen High Schools auch an St. Rita der wichtigste und beliebteste Sport; das Team der 11. und 12. Klasse hat über 90 Spieler, von denen aber so gut wie nie alle in einem Spiel mitspielen, es sei denn, die Gegner sind sehr schwach, so dass St. Rita auch mit den weniger starken Spielern gewinnen kann. Das Programm, das außerhalb der Schule für uns geplant war, war sehr umfassend. Wir haben viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt besucht, zum Beispiel das John Hancock Observatory, das zweithöchste Gebäude von Chicago. Von dort hatten wir einen wunderbaren Ausblick, nicht nur auf die Stadt, sondern auch über den Lake Michigan. Beeindruckend war auch das Field Museum, in dem das größte Skelett eines Tyrannosaurus Rex ausgestellt ist, das je gefunden wurde. Dort konnte man außerdem auch eine Ausstellung über die Ureinwohner Nordamerikas besuchen oder eine kostbare und wunderschöne Sammlung Edelsteine betrachten.

Besonders begeistert waren wir aber von der Gastfreundschaft, mit der wir an der Schule und in unseren Gastfamilien aufgenommen wurden. Alle waren sehr interessiert an dem, was wir über Deutschland erzählt haben, und die Familien haben mit uns viel unternommen. Eine Familie hat sogar für die ganze Gruppe einen Ausflug in den Vergnügungspark „Six Flags“ organisiert, wo wir trotz Regens viel Spaß auf den Achterbahnen hatten. Nun heißt es für uns für die nächsten Monate planen, planen, planen, um unseren Austauschschülern bei ihrem Gegenbesuch im Juni 2008 ein ebenso interessantes Programm bieten zu können, wie wir es dort erlebt haben. Unter anderem sind ein Ausflug nach Sylt und viele Aktivitäten wie Museumsbesuche in der Stadt geplant.

Wir freuen uns jetzt schon darauf und hoffen auf viel Unterstützung von Schülern, Lehrern und Eltern.